Pädagogisches Konzept
Die Wilhelm-Albrecht-Schule ist eine staat. anerkannte Schule mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung (Bildungsgang G). Hier können Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden, bei denen ein umfassender Förderbedarf in den Bereichen der geistigen Entwicklung, der Wahrnehmung, der Motorik, der Sprache und der sozialen Entwicklung besteht. Sie befindet sich benachbart zur Integrativen Kindertagesstätte der LEBENSHILFE und zur Grund- und Hauptschule St. Barbara" in Höhn, Westerwald.
Zum Einzugsbereich gehören alle Orte der Verbandsgemeinden Hachenburg, Bad Marienberg, Rennerod, Westerburg und Wallmerod. Schulträger ist die Josefs-Gesellschaft e. V. Köln.
Die Wilhelm-Albrecht-Schule wird als Ganztagsschule geführt. Es gibt keine Jahrgangsklassen. Die Schülerinnen und Schüler werden entsprechend ihrem Schulbesuchsjahr den pädagogischen Einheiten der Unter-, Mittel-, Ober- und Werkstufe zugeordnet. Die Förderschule hat den Auftrag, entsprechend den Möglichkeiten, Bedürfnissen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler eine grundlegende Bildung in den Bereichen Kognition, Wahrnehmung, Motorik, Sprache und der sozialen Entwicklung zu vermitteln, an die sich in der Werkstufe berufsorientierte Bildungsangebote anschließen. Die Schulbesuchsdauer beträgt 12 Jahre.
Die organisatorischen Voraussetzungen begünstigen die pädagogischen Gestaltungsmöglichkeiten:
In den 10 gebildeten Klassen werden zwischen 6 und 9 Schüler/innen unterrichtet.
Zurzeit unterrichten 7 Förderschullehrerinnen und 26 Pädagogische Fachkräfte an der Schule. Mit ihren studierten Fachrichtungen decken die Förderschullehrerinnen und die Pädagogischen Fachkräfte die Förderschwerpunkte ganzheitlich Entwicklung, Lernen, Sprache, motorische Entwicklung und sozial-emotionale Entwicklung ab.
Die Planung des Unterrichts orientiert sich an dem amtlichen Rahmenplan für die Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung (Sonderschule) und den individuellen Lernvoraussetzugen der Schülerinnen und Schüler.
Lesen und Schreiben erfordern einen hohen Grad an Abstraktionsfähigkeit. Die Voraussetzungen zum Erlernen der so genannten Kulturtechniken sind nur bei einem Teil der Schülerinnen und Schüler und auch dann nur bruchstückhaft gegeben. Die individuellen Möglichkeiten der Schülerin bzw. des Schülers entscheiden, ob und in welcher Weise ein sinnvoller Zugang zum Lesen und Schreiben eröffnet werden kann. Hilfreich ist hierbei ein erweiterter Begriff des Lesens, der auch das Verstehen der Aussagen von Bildern, Bilderreihen und Piktogrammen als Lesen begreift. Manchmal übertreffen die graphomotorischen Fähigkeiten einer Schülerin oder eines Schülers die Lesefähigkeit. Wenn diese Schülerinnen und Schüler mit Freude schreiben, können häufige Schreibübungen die Entwicklung der Lesefähigkeit begünstigen.
Wie das Lesen verlangt auch das Rechnen eine hohe Abstraktionsfähigkeit. Der Umgang mit Mengen und Zahlen und Größen wird in der Schule mit dem FSP ganzheitliche Entwicklung z.B. beim täglichen Tischdecken angebahnt und gelernt, indem jeder Schülerin und jedem Schüler oder jedem Platzdeckchen, jedem Stuhl usw. ein Teller, ein Messer, eine Gabel usw. zugeordnet wird. Mit der Zeit stellt sich das Zählen ein.
Die Unterrichtenden sind nicht an einen 45-Minuten-Rhythmus gebunden, sondern gestalten den Unterricht unter Berücksichtigung der Belastbarkeit der Schülerinnen und Schüler.
Es gibt keine Versetzungsentscheidungen und somit kein Sitzenbleiben. Die Schülerinnen und Schüler werden entsprechend ihrem Schulbesuchsjahr den pädagogischen Einheiten Unter-, Mittel-, Ober- und Werkstufe zugeordnet. Der Heterogenität der Lerngruppen ist in der Unterrichtsplanung und gestaltung Rechnung zu tragen.
Die Zeugnisse enthalten keine Noten und keine Leistungsbeurteilungen, sondern beschreiben die kognitive, soziale, motorische und psychische Entwicklung sowie die Mitarbeit und das Verhalten. Die Darstellung der Lernfortschritte erfolgt auf der Grundlage der individuellen Lernziele. Negative Wertungen sind zu vermeiden. (§ 56, Abs. 2 der Sonderschulordnung)
Physiotherapeutische Angebote durch 2 Krankengymnasten und einer eigenen Praxis für Krankengymnastik in der Schule ergänzen das pädagogische Förderangebot und tragen so zur ganzheitlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler bei.
Die Wilhelm-Albrecht-Schule in Höhn setzt bewusste Akzente in der Gestaltung von Schulleben und Unterricht. Hier einige Beispiele:
Mit dem Ziel der sozialen Integration der behinderten Schülerinnen und Schüler in die Gesellschaft der Nichtbehinderten sucht die Schule immer wieder Kooperationen mit Klassen und Schülergruppen von allgemeinen Schulen oder mit Kindergartengruppen bzw. nimmt entsprechende Angebote anderer Einrichtungen an. Seit 1985 besteht eine Partnerschaft mit der Staatlichen Realschule in Bad Marienberg, die in der allwöchentlichen Begegnung zwischen Schülerinnen und Schülern beider Schule im Rahmen einer gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft lebt.
Schulversammlungen aus verschiedenen Anlässen (Morgenkreis, Geburtstagsfeiern, gemeinsame Gottesdienstfeiern, die jährliche Vorführung eines Puppentheaters, St. Martins-, Advents-, Weihnachts- und Karnevalsfeier, Grillfete usw.) sowie Auftritte der Theater-AG, der Schulband und die der Musik-AG dienen der Schulgemeinschaft und der Kommunikationsförderung.
Klassenfahrten und Schullandheimaufenthalte fördern die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler und erweitern in Verbindung mit dem Lernen an außerschulischen Lernorten Horizonte.
Differenzierung und Individualisierung von Intentionen und Inhalten bestimmen die pädagogische Arbeit, die durch offene Unterrichtsangebote bereichert und erweitert wird.
Neue Entwicklungen und Medien werden für die Schülerinnen und Schüler nutzbar gemacht. So verfügen alle Klassen über ein bis zwei Computer (ein zweiter oder dritter kann bei Bedarf hinzu geholt werden) mit ausgesuchter Lernsoftware und über Internetanschluss. Die unterstützte Kommunikation bei nichtsprechenden Schülerinnen und Schülern durch Gebärden wird ergänzt durch den Einsatz elektronischer Kommunikationshilfen.
Seit Jahren wird an der Wilhelm-Albrecht-Schule der Schutz und die Pflege der Umwelt thematisiert und im Unterrichtsalltag handelnd gelebt. Verschiedene Projekte haben der Wilhelm-Albrecht-Schule Zugang zum Netzwerk ökologisch orientierter Schulen" (NökoSch) und Fördermittel des Landes Rheinland-Pfalz verschafft.