Zur Geschichte

der Wilhelm-Albrecht-Schule

Im Juli 1971 beantragte die Lebenshilfe für das geistigbehinderte Kind, Kreisvereinigung Oberwesterwald e.V., die Errichtung einer Schule für Geistigbehinderte in der damaligen Kindertagesstätte in Hardt.

Am 17. Mai 1972 nahm der Kreisausschuss des ehemaligen Oberwesterwaldkreises erstmals Kenntnis von Plänen zur Errichtung einer Sonderschule G.

Viele Debatten über den Standort und knapp ein Jahr später – am 15.02.1973 – stimmte der Kreisausschuss der Errichtung einer Schule für Geistigbehinderte in Höhn für die Region und unter der Schulträgerschaft des Oberwesterwaldkreises zu.

Im Mai 1973 legte die Bezirksregierung Koblenz das Raumprogramm für das zu errichtende Schulgebäude vor. Dieses sah 10 Klassenräume, 8 Kursräume sowie zwei Fachräume, eine Gymnastikhalle, Verwaltungsräume und Nebenräume vor.

Am 01.02.1974 erteilte der Kreistag des Oberwesterwaldkreises den Planungsauftrag an das Architekturbüro Rudolf Schäfer in Westerburg.

Einige Wochen später taten sich der Oberwesterwaldkreis und der Unterwesterwaldkreis zusammen und bildeten fortan den Westerwaldkreis mit Verwaltungssitz in Montabaur.

Am 27.05.1974 beantragte die neue Kreisverwaltung die Erteilung der schulbehördlichen Genehmigung des Schulneubaues und die Gewährung eines Landeszuschusses. Gleichzeitig müssen irgend jemandem Zweifel an den zugrunde gelegten Schülerzahlen gekommen sein: Bei dem oben dargestellten Raumprogramm war man von 100 Schülern ausgegangen.

Im November 1976 beantragte die Kreisverwaltung bei der Bezirksregierung in Koblenz die Überprüfung des Raumprogramms. Man schlug vor, die Zahl der Klassenräume von 10 auf 6 und die der Kursräume von 8 auf 5 zu reduzieren.

Seit dem 1. Oktober 1976 war aber schon der Sonderschullehrer Karl Takes mit der Erfassung der Schüler für die neue Sonderschule G beauftragt. Um die Beschulung der erfassten geistigbehinderten Kinder bis zur Fertigstellung eines Neubaues zu gewährleisten,

mietete die Kreisverwaltung kurzfristig das Schulgebäude der ehemaligen Volksschule in Bad Marienberg-Langenbach an und ließ darin auf die Schnelle drei Klassenräume, einen Gymnastikraum, eine Spülküche (um dem Ganztagsbetrieb mit Verabreichung eines Mittagessens Rechnung zu tragen) und ein Personalzimmer (zugleich Lehrerzimmer und Büro des Schulleiters) einrichten.

Der 10. Januar 1977 war der erste Schultag für 18 geistigbehinderte Schülerinnen und Schüler und für die neue Schule für Geistigbehinderte im ehemaligen Oberwesterwaldkreis.

Am 15.02.1977 wurden schon 20 Schüler in 3 Klassen unterrichtet.

Zum Schuljahr 1977/78 besuchten schon 27 behinderte Schülerinnen und Schüler die Schule in Bad Marienberg-Langenbach.

Ein Jahr später waren die Pläne zum Bau des neuen Schulgebäudes am heutigen Standort – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sonderkindergarten der Lebenshilfe - soweit gediehen, dass Landrat Dr. Norbert Heinen am 12.Oktober 1978 den Ersten Spatenstich ausführen konnte. Von nun an gingen die Bauarbeiten zügig voran.

Wiederum ein Jahr später, am 29. September 1979, erhob sich der Richtkranz über dem Rohbau.

Am 14.August 1980 war der Schulbau fertig und am 15. September 1980 wurde er in Gegenwart von Kultusministerin Hanna Renate Laurien, Abgeordneten des Landtags, des Landrates Dr. Norbert Heinen und der Kreisgremien eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

Wie groß das Interesse der Öffentlichkeit an der neuen Einrichtung für Behinderte war, zeigte der gut besuchte Tag der offenen Tür am 30.November 1980.

„Eingliederungshilfe für Behinderte" war das Thema der Informationsveranstaltung im Mai 1981, zu welcher der Westerwaldkreis im Internationalen Jahr der Behinderten nach Höhn eingeladen hatte. Die zahlreichen Besucher erhielten einen Überblick über die vielfältigen Einrichtungen vorschulischer, schulischer, beruflicher und medizinischer Förderung bzw. Rehabilitation sowie Hilfen durch das Sozialamt. Für die Schule für Geistigbehinderte und den Sonderkindergarten der Lebenshilfe, die jeweils Räume für die Ausstellungen zur Verfügung stellten, war dieser Tag zugleich Anlass zur Öffnung ihrer Türen.

Mit Blick auf die soziale Integration der Schülerinnen und Schüler in die Gesellschaft zeigte sich die Schule für Geistigbehinderte (Sonderschule) in Höhn immer offen für außerschulische Begegnungen, ob in der Weise, dass die gesamte Schulgemeinschaft – Schüler, Lehrpersonen und sogar das Küchenpersonal – sich auf Schulfahrten nach Bottrop, an die Nordsee und an die Ostsee begab und später kleinere Einheiten auf Klassenfahrten bzw. Klassen übergreifende Gruppenfahrten mit den verschiedensten Zielen vom Skifahren in den Bayrischen Alpen bis zum Segeln auf dem Jisselmeer in die Niederlande aufbrachen,


  • Am 29. Februar 2008 wirde die neue Schulleiterin offiziel in der Schule eingeführt.


  • Seit 1988 heißt unsere Schule

    WILHELM-ALBRECHT-SCHULE

    Wilhelm Albrecht, gebürtig in Rothenburg ob der Tauber, hatte neben Staatswissenschaften auch Land- und Forstwirtschaft studiert. Der Natur und der Landwirtschaft galt bald sein vornehmstes Interesse. So nahm er 1817 das Angebot der Regierung des Herzogtums Nassau an, in Idstein im Taunus ein landwirtschaftliches Institut zu gründen und zu leiten. Aufgabe des Instituts sollte sein, die Landwirtschaft im Herzogtum Nassau zu reformieren. Zu diesem gehörte auch der hiesige Raum des Westerwaldes.

    Hier litten die Menschen in jener Zeit große Not. Sie vermochten sich aus der Landwirtschaft kaum zu ernähren. Viele wanderten damals nach Amerika aus.

    Wilhelm Albrecht erkannte als eine Ursache für die geringen Ernteerträge den Wind, welcher über die damals kahlen Hochflächen des Westerwaldes fegte und die Bodenkrume mit sich nahm und dadurch das Wachstum des Saatgutes beeinträchtigte. Zum Schutz der Acker-flächen vor dem Wind ließ er die so genannten Schutzhecken (d.s. Streifen aus Fichten-anpflanzungen) anlegen, die vereinzelt noch heute in der Landschaft zu sehen sind.

    Die Wilhelm-Albrecht-Schule ist an einem ehemaligen Standort einer Schutzhecke errichtet, die zum Schutze des Ortsteiles Oellingen angepflanzt worden war und in jüngerer Zeit der Bebauung weichen musste. Die in der Nachbarschaft verlaufende Waldstraße gibt Zeugnis von der ehemaligen Schutzhecke.

    Im Stadtteil Emmerichenhain der Stadt Rennerod steht ein Denkmal zu Ehren des Landwirtschaftsreformers Wilhelm Albrecht, der auch Gründer der Winterschulen und einer Genossenschaftsbank ist und der als der Züchter der Westerwälder Kuh gilt.